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Selektive Entwurmung als Alternative zur regelmäßigen Gabe von Antiparasitika

Früher oder später stellt sich jeder Pferdebesitzer die Frage nach der richtigen Entwurmung. Mit dem Kauf eines Pferdes richten sich viele Pferdebesitzer nach den Gepflogenheiten des jeweiligen Stalls, und so variieren Häufigkeit und Anzahl der Wurmkuren pro Jahr erheblich. Vielerorts setzen sich die Einsteller zusammen und klären die Frage, ob und wie entwurmt werden sollte. Die Präparate werden dabei häufig für alle Beteiligten gemeinsam besorgt, wodurch eine Entwurmung kostengünstiger wird.

Voraussetzung dafür ist natürlich ein entsprechend vorhandenes Verständnis der Besitzer für die Notwendigkeit einer Entwurmung, welches leider noch oft genug fehlt. Auch der richtige Zeitpunkt wird häufig infrage gestellt und Hilfe suchend bleibt oft nur der verlässliche Rat des Tierarztes. Wir beschäftigen uns deshalb mit neuen Strategien gegenüber der althergebrachten, routinemäßigen Gabe von 4 Mal jährlich.

Wie Würmer / Endoparasiten dem Pferd schaden können

Auf Dauer können Parasiten den Darm der Pferde oder auch andere Organe schädigen. Über den Kot der Pferde werden die Eier ausgeschieden. Je nach Parasitenart werden verschiedene Larvenstadien durchlebt, bis sich der adulte Wurm entwickelt. Mit der Grasaufnahme werden die Eier dann aufgenommen. Die Symptome reichen vom stumpfen Fell, Juckreiz an der Schweifrübe, Appetitlosigkeit und Abmagerung bis hin zu Durchfall und Koliken. Lungenwürmer können Husten und Nasenausfluss auslösen. Zusammen mit dem Leberegel sind Lungenwürmer jedoch seltene Parasitenarten und sollen hier nicht weiter vertieft werden.

Die neue Strategie gegen Parasiten beim Pferd

Seit Jahrzehnten ist es gängig, das Pferd zumeist 4 Mal im Jahr zu entwurmen. Je nach Absprache werden unterschiedliche Wurmkuren empfohlen, zumeist passend zur Haltung des Pferdes. So hat man zumindest das Gefühl sein Pferd vor schlimmeren Erkrankungen wie Magendasseln und ähnlichem zu bewahren und hofft, die richtige Kur zum richtigen Zeitpunkt gegeben zu haben.

Vor einiger Zeit erfolgte dann ein großes Umdenken in der Pferdewelt. Unnötige Entwurmungen, sowie die Entstehung von Wurmresistenzen sollten zukünftig vermieden werden. Da die Erforschung und Entwicklung neuer Antiparasitika nicht geplant ist, entstand eine Alternative zur gängigen Gabe in Form der selektiven, oder zeitgemäßen Entwurmung.

Vorteile der selektiven Entwurmung

Wenn man sich mit der selektiven Entwurmung etwas auseinandersetzt, wird schnell klar, dass sehr viele Vorteile ganz klar dafürsprechen:

  • Keine unnötige chemische Belastung für unsere Pferde, wenn diese nicht zwingend notwendig ist.
  • Keine Resistenzbildung und somit Verringerung der Gefahr, das eigene Pferd im schlimmsten Fall nicht mehr ausreichend behandeln zu können.
  • Kein unnötiges Eingreifen und gegebenenfalls Schwächung des Immunsystems.

Überwiegen diese genannten Aspekte, so nimmt auch jeder Pferdeliebhaber den Mehraufwand an Arbeit gerne auf sich, die eine zeitgemäße, individuelle Entwurmung mit sich bringt. Die Proben müssen eingeschickt und entsprechend untersucht werden, zudem sind Kontrolluntersuchungen nötig.

Nachteile der selektiven Entwurmung

Leider gibt es auch bei der selektiven Entwurmung einige Probleme, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Schaut man sich beispielsweise die Gruppe auf der Weide an, so wird schnell klar, dass Erfolg oder Nicht-Erfolg stark mit einem funktionierenden Stallmanagement zusammenhängen. Die Wurmeier halten sich ewig auf der Weide, selbst durch eine akribisch durchgeführte Weidehygiene (Abäppeln) lässt sich eine Verbreitung der Parasiten nicht komplett verhindern. Daher lautet die Empfehlung, die ganze Gruppe untersuchen zu lassen. In dieser Zeit dürfen die Weiden beziehungsweise Paddocks nicht getauscht und keine neuen Pferde in die Gruppe eingeführt werden. Bei der selektiven Entwurmung werden die Kotproben allerdings nur auf die Eier hin untersucht. Diese kann somit negativ ausfallen, selbst wenn sich lebendige Würmer im Kot befinden. Zudem wurde uns von einem Fall berichtet, bei dem 10 Kotproben eines Pferdes ohne Eier waren und erst die 11. Probe enthielt Wurmeier. Im Gegensatz dazu könnte man jetzt argumentieren, dass bei der gängigen Methode vielleicht auch 10 Mal zu viel oder umsonst entwurmt wurde. Das ist ein schwieriges Thema.