Bäume und Sträucher an und auf der Weide stellen für Pferde nicht nur Schutz vor Sonne, Regen, Wind und Fliegen dar, sondern sie eignen sich auch gleichzeitig hervorragend als Ergänzung zum Futterplan. Mit den passenden Gehölzen erhält das Pferd wichtige Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Durch das Anpflanzen von bestimmten Bäumen und Sträuchern kann eine „langweilige“, gleichmäßig grüne Weide ganz einfach aufgewertet werden.
Leider eignen sich nicht alle Bäume und Sträucher für die Pferdekoppel, manche Pflanzen sind sogar schädlich für unsere Vierbeiner. Vor dem Anpflanzen neuer Gewächse sollten Sie sich daher unbedingt informieren, ob die Pflanzen für Pferde verträglich sind. Im folgenden Artikel finden Sie eine kleine Übersicht über Bäume und Sträucher, die sie bedenkenlos auf einer Pferdekoppel ansiedeln können.
Das Benagen von Holz ist ein natürliches Verhalten
Pferde lieben es an Holz zu knabbern. Dies ist keineswegs als Unart zu betrachten, sondern gehört zum natürlichen Verhalten eines Pferdes. Ihr Verdauungssystem ist auf die stetige Aufnahme von Futter ausgerichtet. In der freien Wildbahn sind die Steppentiere den Großteil des Tages damit beschäftigt Futter zu suchen. Da energiereiche Weiden in der Steppe nicht vorkommen, können sie keine langen Fresspausen einlegen, sondern müssen stetig Futter aufnehmen. Sie knabbern dabei auch an Gehölzen, um ihren Bedarf an Rohfaser und Nährstoffen zu decken.
Damit Pferde nicht damit anfangen an Zäunen oder an den Holzbalken im Stall zu nagen, ist neben der ganztägigen Bereitstellung von Raufutter auch das Angebot von Rinde und Zweigen zu empfehlen. Das Beknabbern der Äste dient gleichzeitig der Zahnpflege, bietet eine gute Beschäftigungsmöglichkeit und fördert das Spielverhalten. Auch einige Blätter, Blüten und Knospen werden von vielen Pferden gerne gefressen.
Da ein übermäßiger Verzehr von Hölzern aufgrund des schwer verdaulichen Ligninanteils in den Fasern zu Verdauungsstörungen führen kann, sollten Äste und Zweige jedoch immer nur in Maßen gefüttert werden. Zudem ist es vor allem bei Pferden mit Zahnproblemen möglich, dass die Gehölze nicht ausreichend zerkaut werden und zu einer Schlundverstopfung führen.
Vorsicht ist auch bei der Auswahl der Gewächse geboten. Nicht jede Pflanze ist für Pferde geeignet.
Bäume und Sträucher die sich für Pferde eignen
Je nach Standort kann die Auswahl der richtigen Gehölze unterschiedlich sinnvoll sein. Einige Bäume bevorzugen feuchte Böden, andere wiederum wachsen an trockenen Standorten besser.
Für Pferde unbedenkliche Bäume
Obstbäume wie Birne und Apfel sind gerne genommene Gehölze für Pferde. Um Verdauungsprobleme (Kolik) durch zu große Mengen gefressene Früchte zu vermeiden, sollte das Fallobst jedoch lieber abgesammelt werden. Da einige Pferde Obst zu hastig verspeisen, besteht außerdem die Gefahr der Schlundverstopfung oder das versehentliche Verschlucken von Wespen, die durch die süßen Früchte angelockten werden.
Alternativ können die Obstbäume deshalb auch außerhalb der Koppel gepflanzt und nur die Äste, die beim Beschnitt abfallen, den Pferden zum Knabbern zur Verfügung gestellt werden. So schützt man gleichzeitig die Rinde des Stammes vor Verbiss und verhindert, dass der Baum beschädigt wird.
Bei Pflaumen und anderem Steinobst besteht die Gefahr, dass die Pferde die großen Kerne verschlucken, was ebenfalls zu Verdauungsproblemen oder Schlundverstopfung führen kann.
Bäume dienen auf der Koppel außerdem als Schattenspender und Regenschutz. Auch Reithallen und Ställe können mit Bäumen und Sträuchern beschattet und somit im Sommer besser kühl gehalten werden.
Weitere Bäume, die sich für die Pferdekoppel eignen sind die folgenden.
- Weide (Salix sp.)
- Pappel (Populus sp.)
- Birke (Betula sp.)
- Linde (Tilia sp.)
Sträucher und Hecken für Pferdekoppel oder Reitplatz
Sträucher und Hecken bieten nicht nur den Pferden etwas Abwechslung auf dem Speiseplan, sie können gleichzeitig auch gut als optische Aufwertung der Hofanlage dienen und bieten Insekten, Vögeln und kleinen Nagetieren Unterschlupf und Nahrung. Viele Stallbesitzer pflanzen daher verschiedene Hecken als Umrandung von Koppeln und Reitplätzen.
Geeignete Hecken und Sträucher hierfür sind beispielsweise die folgenden.
- Apfelrose (Rosa rugosa)
- Hundsrose (Rosa canina)
- Haselstrauch (Corylus avellana)
- Weißdorn (Crataegus sp.)
- Schlehdorn (Prunus spinosa)
Beerenfrüchte auf der Weide
Auch bei der Anpflanzung von Beerenfrüchte auf der Koppel oder dem Reitplatz gilt, dass zu große Mengen davon beim Pferd zu Verdauungsproblemen (Kolik) führen können. Wenn die Pflanzen reichlich Früchte tragen und die Pferde sich problemlos daran bedienen können, sollte der Großteil vorsorglich abgeerntet werden.
In Maßen sind die folgenden Beerenfrüchte jedoch unbedenklich für Pferde
- Brombeeren
- Himbeeren
- Johannisbeeren
Achtung
Um Vergiftungen durch die Auswahl der falschen Gehölze ausschließen zu können, sollte im Zweifel stets ein Experte um Rat gefragt werden. Viele unscheinbar aussehende Pflanzen können für Pferde ungesund oder sogar stark toxisch sein. Diese Übersicht wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ferner werden die Angaben ohne Gewähr gemacht.