Auch wenn es zugegebenermaßen schönere oder vielleicht interessantere Themen gibt, der Zahnpflege und Maulhygiene unserer vierbeinigen Lieblinge sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als Hundebesitzer beachten wir so viele Dinge, das richtige Futter, der optimale Zeitpunkt zum Gassi gehen, wann, wie oft, wie viel Bewegung ist artgerecht, wie viel Sonne schadet unserem Hund. Es gibt sogar ein Erstlings-Welpen-Set mit Hinweisen für die Eingewöhnung in der neuen Familie.
Kurz gesagt, unendlich viele verschiedene Themen über Themen. Doch die Zahnpflege selbst ist – zumindest nach meinem persönlichen Empfinden, – noch nicht unbedingt zur alltäglichen Routine geworden. Wie viele Hundebesitzer können schon die Frage nach Hundezahnpasta und Zahnbürste oder einem Fingerling für die Zahnpflege beim Hund mit einem deutlichen „Ja“ beantworten?
Ist Zahnpflege bei Hunden notwendig?
So oder so ähnlich würde meine Großmutter auf dieses Thema reagieren. Stolze 91 Jahre alt, ihr Leben lang selbst Hundebesitzerin, ja früher sogar Züchterin. So gesehen hat sich in den letzten Jahren dann doch einiges getan.
Ohne eine regelmäßige Reinigung lagern sich die Speisereste im Maul des Hundes ab. Infolgedessen können sich die Bakterien unaufhaltsam vermehren und neben Mundgeruch, im weiteren Verlauf zu Zahnfleischentzündungen, Parodontose bis hin zu freiliegenden Zahnwurzeln und geschädigten Kieferknochen führen. Die bei uns Menschen weit verbreitete Karies hingegen tritt bei Hunden eher selten auf.

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Zahnprobleme und Schmerzen beim Hund erkennen
Unsere Hunde können uns leider nicht verbal mitteilen, dass sie unter Zahnschmerzen leiden und so besteht die Gefahr, dass sie lange und still ihre Schmerzen erdulden. Aufmerksame Herrchen und Frauchen beobachten oftmals eine Wesensveränderung ihres Vierbeiners, ohne jedoch die genaue Ursache zu kennen. So sollte die tägliche Kontrolle durch uns ebenso selbstverständlich sein, wie die regelmäßige Inspektion durch den Tierarzt.
Erste Symptome für Zahnprobleme beim Hund
- Schlechter Atem.
- Verändertes Kau- oder Fressverhalten.
- Zahnfleischrötung und Zahnfleischentzündungen.
- Verfärbungen beziehungsweise Beläge der Zähne (Zahnstein).
- Zahnausfall.
Weitere Erkrankungen innerer Organe, wie beispielsweise Niere, Leber und Herz können entstehen, da die Bakterien diese über die Blutbahn erreichen. Gleichzeitig wird das gesamte Immunsystem geschwächt.
Welche Hunderassen besonders anfällig für Zahnprobleme sind
In der Literatur werden einige Hunderassen wie beispielsweise Malteser oder Dackel als besonders anfällig genannt, also eher kleinere Hunderassen mit eng stehenden Zähnen oder der Neigung zu Zahnfehlstellungen, da sich Futterreste so am ehesten anlagern können. Des Weiteren sprechen Experten auch von Rassedispositionen, wenn davon ausgegangen wird, dass bestimmte Hunderassen aufgrund ihrer Abstammung eher zu Zahnerkrankungen neigen. Grundsätzlich kann es jedoch jede Rasse unabhängig ihrer Größe treffen und im Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit von Zahnproblemen zu.
Mundhygiene mit Zahnbürste und artgerechter Ernährung
Sofern unsere Welpen nicht schon von Beginn an mit Zahnbürste und Fingerling vertraut gemacht worden sind, sollte man trotz aller Euphorie behutsam sein und sich dem neuen Ritual vorsichtig nähern. Vorausgehen sollte immer eine Inspektion des Hundemauls, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist. Denn hat unser Vierbeiner womöglich schon Entzündungen oder gar Zahnschmerzen, wird er dieses mit der Zahnbürste in Verbindung bringen, was dann natürlich alles andere als förderlich ist.
Genau wie bei kleinen Kindern klappt es auch beim Hund nicht immer und sofort, so schön es in der Literatur auch dargestellt werden mag. Daher sollte die Atmosphäre stets entspannt und spielerisch sein. Hier heißt das Zauberwort auch Geduld.
Artgerechte Ernährung und Leckerlis für Hunde
Die Hunde meiner Oma bekamen natürlich ständig Süßigkeiten. Ist ja so gemütlich, aber natürlich nicht gesund. Momentan wird das Barfen wieder viel diskutiert. Die Entscheidung zur Ernährungsauswahl sollte mit dem Haustierarzt besprochen werden. Sie nimmt sicherlich Einfluss auf die Gesunderhaltung der Zähne unseres Hundes.
Durch zuckerfreie, naturbelassene Kaumaterialien entsteht in Verbindung mit dem Speichel ein natürlicher Abrieb, ähnlich verhält es sich mit Trockenfutter. Gleichzeitig dienen Kaubewegungen unseren Hunden zur Entspannung, Glückshormone werden ausgeschüttet, was absolut wünschenswert ist.