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Goldener Herbst - meine Erfahrungen mit der Mauke

Goldener Herbst - meine Erfahrungen mit der Mauke Endlich ist es so weit, meine Lieblingsjahreszeit hat begonnen und die Nächte werden langsam kühler, die Blätter verfärben sich und die Sonne lässt alles in den schönsten Farben erscheinen – der goldene Herbst ist da. Leider auch der Beginn der Mauke-Zeit, die viele Pferdefreunde zur Verzweiflung bringen kann. Wer sieht sein Pferd schon gerne leiden? Ich habe meine Erlebnisse für Euch in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst.

Pferdehaltung im Herbst und Winter

Herbst und Winter könnten so schön sein. Warmer Tee und Kerzenschein zu Hause, und ich ertappe mich bei dem Gedanken, ob mein Pferd vielleicht doch schon eine Decke bräuchte. Nur eine leichte, für seinen Rücken, er ist doch auch schon Rentner. Wie dem auch sei, die Haltungsbedingungen sollen natürlich trotzdem artgerecht sein. Weide oder Paddock im Sonnenschein, viel Auslauf und frische Luft.

Eine idyllische Vorstellung und so wünschen wir uns doch alle die Herbst- und Winterzeit für unsere Pferde. Natürlich schadet es ja auch nicht, wenn es mal regnet oder matschig ist. Im Gegenteil, die Wohlfühltemperatur unserer Pferde liegt weit unter der des Menschen. Robusthaltung härtet ab und ein gesundes Immunsystem übersteht das alles. Einen liebevoll umsorgten Lebensabend für meinen Rentner, gerade bei Lungenerkrankungen und Arthrose untermauert durch die Bestätigung des Tierarztes: „Das Beste, was Sie machen können“.

Also war ich überzeugt, mein Pferd sollte schon morgens draußen aufwachen und nicht noch in der Box stehen. Eine artgerechte Haltung und Sozialkontakt, nicht durch Gitterstäbe getrennt, traurig und alleine im Stalltrakt. Rund um die Uhr frische Luft besser geht es doch gar nicht. Auch kein Staub, keine Pilzsporen und natürlich ausreichend Bewegung.

Mein ganz persönlicher Leidensweg

Je länger mein Pferd bei Wind und Wetter draußen stand, desto schlechter wurde sein Allgemeinzustand und insbesondere seine Hufqualität. Das anfängliche Stöhnen und Seufzen meines Hufschmiedes versuchte ich noch demonstrativ wegzulächeln und brachte alle Argumente, die für so eine artgerechte Haltung stehen, selbstbewusst an. Bis zu dem Tag, als die Eisen dann komplett mitsamt Hufhorn wegbrachen und der Hufschmied die wahren Worte aussprach: „Es nützt ja alles nichts, wenn das Pferd nicht laufen kann“.

Und so war es leider auch, mein Pferd lag schließlich in der Box und stand vor Schmerzen nicht mehr auf. Unzählige Behandlungen, Tierarztbesuche, Schmerzmittel, Röntgenaufnahmen usw. folgten. Abgebrochene Eisen, Abszesse, Huflederhautentzündungen und meine erste Begegnung mit einer richtigen Mauke inklusive Milbenbefall, reihten sich ein. Allen Versuchen und Behandlungen zum Trotz, sei es schulmedizinisch oder homöopathisch, trotz aller Ursachenforschung, es half alles nichts, außer die Haltungsbedingungen anzupassen und eine entsprechende Wundheilung zu gewähren.

Mauke behandeln und erneute Boxenhaltung

Am Ende stand die traurige Erkenntnis, dass mein Pferd mit seinen weißen Fesseln und seinen empfindlichen Hufen nicht stundenlang in der Nässe stehen konnte. Selbstverständlich konnten wir die Mauke behandeln, wenn auch langwierig und unter erschwerten Bedingungen. Der Regen hörte über Wochen einfach nicht auf, die Paddocks waren, trotz aller Bemühungen gelinde gesagt eine Matschgrube und auf den Weiden sang man knietief in den Pfützen ein- wie soll man da die Beine trocken halten und entsprechend versorgen?

Schweren Herzens entschied ich mich, zur Boxenhaltung zurückzukehren. Frische Luft, saftige Wiesen, liebevolle Betreuung und Boxenruhe standen auf dem Plan. Und zum Glück konnte er sich wieder erholen. Eine langjährige Stallkollegin sagte gerade letztens zu mir: „So ist es leider, die 24 Stunden Weide ist nicht das Allheilmittel, zumindest nicht für jedes Pferd“.

Die Mauke in den Griff bekommen

Stundenweise Auslauf, sodass sich seine Hufe und Beine erholen und über Nacht in seiner wohlverdienten Boxenruhe trocknen konnten, das war das Einzige, was langfristig geholfen hat. Seine Hufe waren nach ein paar Monaten zumindest wieder so weit nachgewachsen, dass die Eisen, die er zum Schutz benötigt, wieder hielten. Das leidige Thema Mauke war somit vom Tisch, auch wenn sich Mauke nie ganz verhindern lässt und die Ursachen erfasst werden müssen. So sind trockene Beine (ich trockne sie sein Leben lang nach dem Waschen ab) zumindest ein wichtiger Aspekt in der Vorbeugung der Mauke.

Mein persönlicher Erfahrungsbericht zeigt, dass jedes Pferd einzigartig ist und dass man es noch so gut meinen kann, aber das vermeintlich Beste, leider nicht zu jedem Pferd passt.

Autor: Stephanie